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Ruhpolding, 05.06.2013

MEIN TAG: ...und täglich grüßt das...

BABYPHONE: Um 05.37 Uhr erweist es seinen treuen Dienst mit einem lauten „wuahhh....mamamaamaaa....babaaaa!!!“
Meine Kleine hat Hunger. Ich bleibe noch 2 Minuten liegen, vielleicht findet sie ja ihren Schnuller und schläft wieder ein?? „MAMAMAMAAAA!!!“ Ok, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Nach exakt 5 1/2 Stunden Schlaf kämpfe ich mich in die Küche und richte schnellstmöglich ein Fläschchen her. Dann hole ich Lenia aus ihrem Zimmer und kuschle mich mit ihr nochmals ins Bett. Glücklich und gierig trinkt sie die Milchflasche in Rekordzeit leer und als der Wecker um 06.40 Uhr klingelt, merke ich, dass wir nochmals eingeschlafen sind. Schön! Das gibt´s nicht immer. Die zusätzliche Stunde Schlaf tut mir gut.

Nun aber ab ins Bad, Zähne putzen (2 bei Lenia, 32 bei der Mama), Haare kämmen, waschen, anziehen. Bei mir selbst ist das schnell erledigt, aber meine kleine Maus hat gerade viel interessantere Dinge zu tun, als sich die volle Windel wechseln zu lassen. Da gibt es nämlich diese schönen Schmetterlinge, die die Mami aus dekorativen Gründen so ahnungslos an die Wand geklebt hat. Die gilt es nämlich zu betatschen und bequatschen: „Wawawaaawawwaa!!!“. OK, dann müssen wir die Stinkbombe halt im Stehen entfernen...

07.27 Uhr: Fertig angezogen und alle Trainingssachen gepackt stehen wir nun in der Küche. Die Kleine ködere ich mit einem Kochlöffel zum Spielen, damit ich unsere Katzen füttern, den Brei herrichten, mein Frühstück bereitstellen und Leni´s Utensilien für die Nanny fertig machen kann.

08.10 Uhr: Mist! Wir sind spät dran! Um wirklich pünktlich zum Training zu kommen muss ich 08.05 Uhr los. Naja, hilft nix. Ich fahre am oberen Limit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit durchs Dorf, um Lenia bei meiner Freundin zum Spielen ab zu geben. Maxi, 3Jahre, ihr Sohn und Leni´s bester Spielkamerad, wartet schon sehnsüchtig. „Leni spielen!“ Ich bin so froh und jedes Mal auf´s Neue überglücklich dass ich Lenia zu Doris bringen darf und sie dort so gut aufgehoben ist. Nach einem dicken Abschiedskuss schmeiß ich mich wieder in meinen Caddy und fahre nicht weniger schnell als vorhin ins Bundesleistungszentrum.

08.27 Uhr: Ich sprinte aus dem Auto, packe meine Waffe, den Rucksack, die Skiroller und Stöcke und mache mein „Warm Up“ schon auf den ersten 100m zum Schießstand. Puhhhh, zwar als Letzte da ABER pünktlich um 08.30 Uhr! Manchmal nervt mich die penible deutsche Pünktlichkeit, doch ist es mir Wichtig, Vereinbartes einzuhalten.

08.30 Uhr : Das Übliche, 15 min. Trockentraining (Haltearbeit an der Waffe, ungeladen), Einweisung ins Training, Anschießen der Waffe, Abläufe an der Waffe mit Schießen und schließlich schwitzen um besser zu werden. Heute: 25 km Skating mit technischen Schwerpunkten. Feinarbeit muss halt früh in der Saison gemacht werden, damit sich gar nicht erst grobe Fehler einschleichen. Auch bei Abläufen die wir fast täglich machen. Und täglich grüßt....

11.19 Uhr: Puh, geschafft! Jetzt schnell unter die Dusche und dann ab nach Hause. Lenia wartet schon auf mich und schimpft: „Mamaaawaaawaaa“!! Ich habe das mal auf bing übersetzten lassen: „Mami, jetzt beeil di mal a bissl, ICH HABE HUNGER!!“

11.58 Uhr: Meine Kleine Maus sitzt strahlend am Tisch. Ihr Teller voller Nudeln mit Tomatensoße ist innerhalb von 5 min zur Hälfte leer. Wie macht sie das bloß mit 2 Zähnchen?? Schlucken. Ja, verdaut wird ja im Magen.... Ob das nicht Bauchschmerzen macht? Naja, so schlimm kann´s nicht sein, das hätte ich sonst schon viel früher gemerkt. Nachdem nun wohl die (ganzen) Nudeln am Gaumen anstehen, kommt ihr Lieblingsessensritual: Nudeln in den Mund stecken, wieder heraus nehmen, der Mami in den Mund stecken, sie wieder herausziehen und sie dann mit einem genüsslichen „gmhhh“ verschlingen. Wo hat das denn noch Platz?? Die restliche Portion liegt auf dem Boden, ihrem Stuhl, und unter ihrem T-Shirt. Latzerl hält vieles ab, jedoch nie alles. Schön dass ich meine Katzen gleich mitglücklich machen kann!

12.29 Uhr: Ich habe einen Hungerast. Der Energie-Riegel, den ich mir gleich nach dem Training reingehauen habe ist verbraucht. Meine Gemüsesoße beschränkt sich auf Zwiebeln, Karotten und Zucchini und braucht noch 5 min. Boah bin ich müde! Meine Kleine liegt gerade auf Lili, unserer „jüngeren“ Katze und zieht ihr am Schwanz. Diese macht jedoch nicht mal die Augen auf. Das nenn ich mal Abhärtung!

13.07 Uhr: Wir liegen im Bett. Ich bin todmüde. Lenia hat aber Tonis Physiologiebuch auf seinem Nachttisch entdeckt. So ein interessanter Schmöker! „Ja mein Schatz, da lese ich dir gerne was daraus vor!“ Grins. „Es war einmal eine kleiner Stern, der war gaaaaaaaaaaaaanz müde und machte automatisch die Augen zu“ hilft nicht. „Laaa leee luuuu, nur der Mann im Mond schaut zuuuu, wenn die kleinen Lenias schlafen.....“
Ich verstehe das nicht! Ihr fallen doch schon die Augen zu und trotzdem entdeckt sie immer wieder was Neues, turnt über mich drüber und amüsiert sich. Nicht einmal der Schnuller, der ansonsten eine so schön einschläfernde Wirkung hat, hilft. Bin echt voll KO, muss nur mal kurz die Augen schließen.... PLUMPS -Leni ist weg- „AAAAAAHHHHHHHHMAMAMAMWWAAAAHHHH!“ Scheiße! Sie ist vom Bett gefallen. Oh man, soll ich gleich den Sanka rufen???? Jetzt weint nicht nur die Kleine, sondern ich gleich mit und laufe besorgt mit ihr im Arm das Schlafzimmer auf und ab. Bestimmt haben die Nachbarn schon den Notarzt gerufen!
Nach nicht einmal 3 Minuten schläft sie tief und fest. Ich lege sie ins Bett, baue einen Schutzbunker aus Kissen, Decken und Kuscheltieren und schmiege mich neben sie. Leider bin ich nun so aufgewühlt dass ich nicht einschlafen kann. AHHH!

16.17 Uhr: Ich werde in die Nase gezwickt und daraufhin an den Wimpern gezogen. Wie schön es doch ist, so aufgeweckt zu werden! Meine Kleine wiegt gerade mindestens 1kg mehr. Nachdem die Windel (natürlich stehend) gewechselt wurde, fällt es mir wesentlich leichter, sie herum zu tragen. Das Training von heute Morgen hat noch Nachwirkungen. Da möcht ich mir doch lieber jedes unnötig zusätzliche Gewicht sparen!

16.42 Uhr: Jetzt folgt das Spielprogramm. Und so schaut´s aus: Ich spiele AUFBAU, das heißt, dass ich mir sehr viel Mühe gebe, ein sensationell neumodisch, buntes Legohaus mit Türmen, Fenster und Garten (mit Tieren) zu bauen. Lenia spielt ZERSTÖRUNG, indem sie alles einzeln auseinander pflückt und dabei nie vergisst, jeden Legostein vorher intensiv einzuspeicheln.

18.00 Uhr: Wir gehen an die frische Luft. Burli (unsere „ältere Katze) und Lili begleiten uns. Zwar kommen wir dadurch nur im Schneckentempo voran, aber das nehmen wir gerne in Kauf, denn jedes Mal wenn eine der Katzen durch Leni´s Blickfeld läuft, beginnt sie zu Jubeln. Ich liebe unsere Spaziergänge zu viert!

18.32 Uhr: Juhuuuu! Papi kommt nach Hause! Er war die letzten 3 Tage in München um am Gebiss von Puppen herumzutüfteln und interessante Schmöker über z.B. Biochemie und Physiologie zu lernen.
In der kommenden Stunde scheine ich vergessen und meine zwei Liebsten kreischen auf dem Sofa, spielen Guggug-Dadadaa, Hoppehoppe Reiter, Pferdchen lauf Galopp usw. Hat sie bei mir auch so gelacht als der Reiter plumps gemacht hat?
Naja, jedenfalls bin ich fürs Essen herrichten gut zu gebrauchen und um danach im Radius von 2 m alles wieder vom Boden auf zu wischen. Jedoch kann ich mich nun auch mal ein wenig um mich kümmern, denn meine 2 sind schon beim Gutenachtlied. (Fragt jedoch nicht, wer vorher noch schnell wickeln durfte, weil eine kleine „Katastrophe“ in der Hose war!)

20.15 Uhr: Zur Primetime sitze ich rechtzeitig auf dem Ergometer. Jetzt beginnt für mich die zweite Einheit des Tages. Meine Trainingskolleginnen haben diese schon vor ca 5 h begonnen...
Heute muss ich noch ein bisschen Gas geben. Da morgen eine Leistungskontrolle auf dem Laufband ansteht, brauche ich eine gute Vorbelastung. Das heißt: Strampeln und Schnaufen wie ein Weltmeister, aber zum Glück immer nur 3 min und zwischendurch locker. Das geht grad noch.

Um 22 Uhr beginnt dann mein kurzes Athletikprogramm. Auf neudeutsch: Bauch-Beine-Po. Toni schaut nach mir und verabschiedet sich ins Bett. Er muss morgen wieder früh raus zum Lernen. Da würd ich mich jetzt gerne dazu kuscheln. Aber nunja, jetzt zieh ich das durch. Schließlich habe ich ein großes Ziel vor Augen.

23.47 Uhr: Gedehnt, geduscht, geföhnt, gerädert und nochmals nach der Kleinen geschaut falle ich ins Bett. Babyphone ist an. Heute schläft sie bestimmt durch!!